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2,9 Millionen Filipinos hungern unfreiwillig

Dies ist aus einer Reportage von Cong Corrales in Cagayan de Oro Stadt

Cagayan de Oro Isla Delta

 

 

Die Hütte ist aus einer weggeworfenen Plane gemacht und steht in einer Reihe Hütten auf der Isla Delta in Barangay (Ortsteil) Consolacion von Cagayan de Oro City. In der vier Quadratmeter grosse Hütte, die der 43jährige Lando, seine Frau Merlyn und seine drei Kinder zuhause nennen teilen sie sich eine Mahlzeit von zwei Trockenfischen und Reis. Lando hat den Fisch der hier “bulad” genannt wird gegrillt weil das Geld für Öl zum Kochen fehlt.

 

Es ist elf Uhr und die Mahlzeit ist die erste und einzige für den ganzen Tag.

 

Lando und seine Familie stehen für 2,9 Millionen Filipinos die unfreiwillig in diesem Land hungern müssen.

 

“Sa gabii, kung gutomon ang mga bata, bahugan lang namo og kape and kan-on para naay lasa (In der Nacht wenn die Kinder hungrig sind geben wir ihnen nur Reis. Wir mischen den Reis mit etwas Kaffee um ihm etwas Geschmack zu geben”, erzählte Lando.

 

Lando schämt sich wegen seiner Armut und möchte seinen Familiennamen nicht erwähnt haben.

 

“Kada adlaw ga drive ko og sikad pero pag uli nako P60 ra jud ang makita (Ich fahre ein sikad [Fahrrad mit Beiwagen zum Personentransport] aber verdiene nur P60″, sagt Lando.

 

Seine Frau Merlyn geht ab und zu bei gutbetuchten Nachbarn in einer naheliegenden subdivision Wäsche waschen aber es reicht nicht um die drei Kinder zu versorgen. Junior ist 12 Jahre alt, Mikaela 3 und Dana gerade mal 5 Monate alt.

 

“Morag naanad man hinoon akong mga anak sa among kahimtang. Nuwebe ka bulan na kami nga one day one eat lang (Ich denke meine Kinder haben sich an unsere Armut gewöhnt. Es sind jetzt neun Monate her als wir begonnen haben nur eine Mahlzeit am Tag zu essen)”, sagte er.

 

For neun Monaten habe er mit seinem Tagesverdienst von P60 ein Kilogramm Fisch, Öl zum Kochen und Milch kaufen können.

 

“Karon ang kilo sa NFA P25 na. Taas na pud ang cooking oil og gatas (Jetzt kostet ein Kilogramm NFA Reis P25. Die Preise für Öl und Milch sind auch gestiegen), sagte er.

Cagayan de Oro Isla de Oro

Gegenüber von Lando wohnt Lourderico Pedimonte, 31, und versucht seine Familie von vier in Isla Cupa auch in Cosolacion zu ernähren.

 

Pedimonte lobt Gott, dass er ihm die Möglichkeit gibt eine motorela (Motorrad [motor] mit angebautem Hänger [rela] fahren zu dürfen als “extrador” (Aushilfe). Pedimonte kann so etwas mehr als P100 am Tag verdienen. Aber er sagt, er muss an allem sparen um mit dem Geld auszukommen. Als Mahlzeit kauft er “ginamos (fermentierter Fisch), mongos (Hülsenfrucht) und Gemüse.

 

“PDP diskarte karon - pamahaw dala paniudto (Wir haben Frühstück und Mittag um am Reis zu sparen)”, sagte Pedimonte.

 

Den Pedimontes geht es etwas besser als Lando. Sein fünf Qudratmeter Haus ist aus altem Sperrholz gemacht, aber Pedimonte sagt, das Leben sei immer noch schwer für sie.

“Maayo kung pirmi ko maka extra og drive sa motrela. Kung wala, di pud mi mangaon (Meine Familie hat etwas zum Essen wenn ich motorela fahren kann. Wenn nicht, dann haben sie nichts zu essen)”, sagte er.

 

“Maayo kung pirmi ko maka extra og drive sa motorela. Kung wala, di pud mi mangaon (My family will have something to eat if I can drive a motorela. If I don’t, we have nothing to eat),” he said.

 

Andere arme Einwohner in Cagayan de Oro sind dazu übergegangen Reis mit Wurzelgemüse zu verlängern um mit dem bisschen Geld was sie haben auszukommen.

 

Die Markthändlerin Ranita Sabado, 31, aus dem Ortsteil Camaman-an mischt den Reis mit camote (Süsskartoffeln)

 

“Sagolan nako og camote nga gi-slice nako ginagmay. Usahay saging o luy-a (Ich mische mit kleinen Scheiben der Süsskartoffel. Manchmal mische ich auch mit Bananen oder cassava)”, sagte Sabado. “Ganahan man pud ang akong mga anak og kaon (Meine Kinder lieben diese Gerichte)”, sagte sie.

 Leben auf der Strasse in Cagayan de Oro City
Eine Familie teilt sich ein Essen auf dem Bürgersteig auf einer Strasse in Cagayan de Oro City.
Foto von Sun.Star Cagayan de Oro/Joey Nacalaban

Lando, die Pedimontes und Sabado sind Teil einer wachsenden Zahl von Einwohnern in Cagayan de Oro die damit kämpfen ihren Kindern genügend zu essen geben zu können durch die unaufhaltsam steigenden Preise für Lebensmittel und Kraftstoffe.

 Das soll aber keinen abhalten die Philippinen zu besuchen und zu bereisen. Ganz im Gegenteil, es sollte alle dazu veranlassen, das Land mal persönlich kennenzulernen.

Vielleicht benutzen sie eines dieser “sikad” oder “motorela” und helfen damit einem armen Mann seine Familie zu ernähren. Diese Geschichte hätte an jedem Ort auf den Philippinen sein können und überall im Land gibt es Landos,  Pedimontes und Sabados.

1 Comment on “2,9 Millionen Filipinos hungern unfreiwillig”

  1. #1 Horizonterweiterungen - Der Mensch als Tourist | Reisen-Quelle
    on Jul 26th, 2008 at 1:02 am

    […] Du profitierst von der Reiselust der anderen. Sie tun das, was Du Dir verwehrst - sie reisen. Wie wäre es, würden sie die gleiche Auffassung teilen wie Du und lieber zuhause bleiben? > Hat […]

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